Die 30-jährige Geschichte des MUDO KWAN
vom kleinen Verein zu einer der erfolgreichsten
Sportschule

Das Gründungsdatum war der 01. Februar 1978. Damals nannte sich der Verein noch TAIFUN Ellerau und unterrichtete WTF-Taekwondo. Der damalige Vereinsleiter, Herbert Geith, betrieb ein Detektivbüro und verkaufte Versicherungen. Eines Tages mußte er wegen Unterschlagungen fliehen und verließ das Land mit Ziel Südamerika. Er vergaß aber nicht, die Vereinskasse zu plündern und auch dieses Kleinod mit auf seinen Weg zu nehmen.

Danach übernahm Herbert Schmitz, 4. Dan Taekwondo aus Hamburg, die Vereinsleitung. Der Name des Vereins wurde in MUDO KWAN Taekwondo Ellerau geändert. Der Verein erlebte eine neue Blüte und hatte bis zu 70 Mitglieder. 1995 war Herbert Schmitz aus beruflichen Gründen nicht mehr in Schleswig-Holstein und Hamburg. Als selbstständiger Personalberater im Projekt war sein Wohnort unter der Woche in Berlin. Der damalige Kassenwart, Kai Krüger, wurde ins kalte Wasser geschmissen und mußte das Training von heute auf morgen übernehmen. Zeitweise bekam er Unterstützung von Bernd Gothner, einem Schwarzgurt aus Bremen, der beruflich unter der Woche in Hamburg arbeitete.

Trotz aller Bemühungen von Kai und Bernd war keines der anderen Mitglieder bereit gewesen, auch einen Teil der Verantwortung zu übernehmen. Statt dessen zogen sie sich langsam und stetig aus dem Verein zurück. Es verblieb ein "harter Kern" von 6 Aktiven, die eisern und ohne Unterstützung des Landesverbandes, des TVSH (Taekwondo Verband Schleswig-Holstein) weitertrainierten.

 

Im Oktober 1996 besuchte der Wahl-Quickborner und ehemalige Trainer der SV Polizei Hamburg und der Tangun-Hamburg, Frank Kumm, 3. Dan Taekwondo, den Verein. Auf sehr geschickte Weise wurde Frank von Kai, Bernd und der damaligen 1. Vorsitzenden, Britta Nolte, überzeugt, die Trainingsleitung zu übernehmen. In den folgenden drei Jahren wuchs der Verein von 6 Mitglieder auf über 100 Mitglieder an.

Durch die Entwicklung des Taekwondo innerhalb der Deutschen Taekwondo Union (DTU) entschloß sich die Hauptversammlung des MUDO KWAN im April 1999 von der DTU zu trennen. Gründe waren, das es innerhalb des Verbandes nur noch um politische Intrigen und persönliche Machtinteressen ging. Die Hyongs, das traditionelle und ursprüngliche Formensystem des Taekwondo, wurde über die Köpfe vieler Mitgliedsvereine hinweg, gestrichen. Aus einem ganzheitlichen System wurde ein reiner Sport mit undurchsichtigem und für die Zuschauer nicht nachvollziehbarem Regelwerk. Das Interesse galt nur noch den Menschen, die noch nicht zu alt waren und an Wettkämpfen teilnahmen. Das offizielle Fachorgan der DTU, die Zeitschrift Taekwondo Aktuell (TA) empfahl den "älteren" Taekwondokas, deren persönliche Interessen nicht mehr im Wettkampf liegen und die auch die Selbstverteidigung erlernen möchten, regelmäßig Hapkido-Lehrgänge zu besuchen (Ausgabe Mai 2000, Seiten 39/40). MUDO KWAN schnupperte in das Taekwondo-System von Kwon, Jae-Hwa und in das der International Taekwondo Federation (ITF) rein. 2000 bekam Frank Kontakt zu Benedetto Stumpf, der ihn an Helmut Stadelmann und Norbert Kraus weiterleitete. Diese beiden vertraten das TANG SOO DO innerhalb des Deutschen Karateverbandes (DKV). Tang Soo Do ist das ursprüngliche koreanische Kampfkunst-System, aus dem u.a. auf Druck der koreanischen Regierung zwischen 1949 und 1955 das Kampfsport-System Taekwondo entwickelt wurde. Seit dem Juni 2000 ist MUDO KWAN im Tang Soo Do integriert. Frank wurde, auch aufgrund des hohen Niveaus seiner Schüler/innen, zum Landesreferenten für Schleswig-Holstein und zum Bundesprüfer ernannt.

Ein weiterer Kontakt in 2000 war mit Großmeister und Soke Eric Breuer in den USA, der den Weltkampfkunstverband (UFAF-I, United Figthing Arts Fellowship - International) leitet. Eric Breuer ist einer der höchstgraduierten Dan-Träger, die es im von Chuck Norris gegründeten und geleiteten amerikanischen Kampfkunstverband (UFAF) gibt.

Auch die ersten großen sportlichen Erfolge stellten sich nach dem Wechsel in 2000 ein. Gleich beim ersten Start bei einem der größten verbandsoffenen Turniere in Deutschland, den Dacascos-Open mit über 600 Teilnehmern aus der ganzen Welt, sicherten sich Sportler des MUDO KWAN 5 Pokale.
Beim größten Kinderturnier Norddeutschlands, dem Nord Kids Cup holten sich unsere "kleinen Krieger" 8 Pokale.
Das Finale in 2000 bildete der Super Cup. Auch bei diesem Turnier gingen 5 der begehrten Trophäen an den MUDO KWAN.

2001 begann mit einem Lehrgang der Superlative in den Trainingshallen des MUDO KWAN in Ellerau. Während dieses Lehrganges, zu dem die höchsten Dan-Träger des DKV-Tangsoodo´s angereist kamen, wurde Cheftrainer Frank Kumm zum 4. Dan, seine damalige rechte Hand, Trainer Jörn Bünger und zwei weitere seiner Rot-Schwarz-Gurte, der Vereinsvorsitzende Kai Krüger sowie der langjährige Weggefährte von Frank, Michael Pazurek zum 1. Dan geprüft. Alle vier bestanden anstandslos ihre Prüfungen. Die Überraschung des Tages aber war, das aufgrund seiner herausragenden Leistungen während des Lehrgangs auch Stefan Bohnert der 1. Dan zuerkannt wurde. Der MUDO KWAN-Tiger hatte auf einmal fünf scharfe Krallen bekommen.
Auf den BAE German Classics setzten sich die MUDO KWAN-Sportler durch und brachten drei verdiente Pokale mit nach Quickborn/Ellerau.
Im Juni fanden dann die offenen EUROPAMEISTERSCHAFTEN, ausgerichtet vom Dacascos-Verband, in Hamburg statt. MUDO KWAN holte sich gleich 4 Pokale. Die nur sieben Tage später stattfindenden offenen Hamburg Classics wurden mit 3 Pokalen belohnt.
BAE Open: 3 Pokale.

2002: Eintritt in die WAKO (World Association of Kickbox Organisations). Beim Newcomers-Turnier der BAE (über 250 Teilnehmer) gewannen wir mit 14 Teilnehmern 11 Pokale.
Aus den folgenden Turnieren diesen Jahres hielten wir uns dann allerdings komplett raus. Der Grund war, das die Veranstalter wohl vergessen hatten, die Startgebühren von DM in EUR umzurechnen. Ein Beispiel: Die Open Championships von Dacascos. Gebühr für den 1. Start im Jahr 2001: DM 25,-. Und im Jahr 2002: EUR 20,-! Dacascos waren nicht die einzigen. So ziemlich jeder Veranstalter zog diese Masche durch. Eine lobenswerte Ausnahme: Oktay Cakir von der TANGUN-Hamburg, der in Hamburg zweimal pro Jahr ein großes Formenturnier veranstaltet, blieb mit seinen Gebühren fair.

Im Jahr 2003 ist der Verein 25 Jahre jung geworden. Logisch, das wir ein großes Fest geplant hatten. Eine Punktlandung dafür wäre der 1. Februar gewesen, denn dann wäre der Verein auf den Tag genau 25 Jahre alt gewesen. Leider waren die Mitarbeiter in der Gemeinde Ellerau ein bißchen nachlässig mit diesem für uns so wichtigen Termin gewesen, so daß statt dessen ein Handballspiel an diesem Tag statt fand. Na ja, die Arbeitsbelastung im öffentlichen Dienst war anscheinend zu hoch. So fand dann unsere Feier zwei Monate später statt. Wir hatten dazu vier hochkarätige Kampfsportler eingeladen, die einen denkwürdigen Kampfkunst- und -sport-Lehrgang gegeben haben. Aus München kam Norbert Kraus, der Bundesstilrichtungsreferent für Tang Soo Do und nahm Jörn Bünger die Prüfung zum 2. Dan ab, die Jörn mit großem Erfolg bestanden hat. Tim von Fintel und Finn Rathmann zeigten uns das Bodenkampf- und Selbstverteidigungssystem der brasilianischen Machado-Familie. Und Michael Wübke, der internationale Kickbox-Star, zeigte uns Angriffs- und Konter-Kombinationen aus dem Sportkampf.
Es war ein fantastischer Tag.
Ende April fanden die Hamburger Meisterschaften im Kickboxen statt. Wir waren ziemlich aufgeregt, als wir uns zur Teilnahme angemeldet hatten. Die Gründe: Zum einen hatten wir über 12 Monate Wettkampfpause eingelegt und zum anderen ist die Hamburger das Qualifikationsturnier für die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft! Mit einem entsprechend hohen Niveau mußten wir also rechnen.
Mit 8 Mitgliedern traten wir also an und holten uns folgende Platzierungen: 3 x 1. Platz, 3 x 2. Platz und 2 x den 3. Platz!
Im Mai folgte die Norddeutsche Meisterschaft. Wir traten mit 7 Personen an und holten folgende Ergebnisse: 1 x 1. Platz, 4 x 2. Platz und 2 x 3. Platz.
Am 15.6.2003 nahmen wir an einem Formenturnier der DTU (Deutsche Taekwondo Union) in Hamburg teil. Ein Turnier, das an Arroganz und Frechheit der "ausgebildeten" Kampfrichter der DTU nur noch schwer zu überbieten ist, denn diese meinten wohl Gott spielen zu müssen. Fast alle Kampfrichter verfolgten nicht das Geschehen auf ihrer Kampffläche, sondern unterhielten sich, schauten auf andere Kampfflächen oder waren anderweitig abgelenkt. Anschließend wurden irgendwelche Wertungen abgegeben, die sehr oft nicht mit der Leistung des Sportlers in Einklang standen. Als ein DTU-Kampfrichter und angeblicher 4. Dan (Harald Creutz) dann noch einer Gruppe von teilnehmenden jungen Mädchen, von denen es bei vielen das erste Turnier war, erklärte, das sie "ihm und den anderen Kampfrichtern nur die Zeit stehlen" würden, packten wir unsere Sachen und verließen das "Turnier". Nach über 5 Jahren, wurden wir in unserer Entscheidung, aus der DTU auszutreten, auf eindrucksvolle Weise bestätigt.
Das eigentliche Highlight in 2003 war allerdings die außerordentliche Hauptversammlung auf der mit nur einer Gegenstimme zugestimmt wurde, aus dem Verein MUDO KWAN die Kampfsportschule MUDO KWAN zu machen.

In 2004 wurde dann von Januar bis April mit vielen helfenden Händen eine der schönsten Trainingshallen für Kampfkunst und -sport erbaut. Die Trainingshalle ist 450 qm groß und hat eine mit Spezialmatten ausgelegte Trainingsfläche von 200 qm, eine permanente Station mit sechs 1,50-Meter langen und 55-Kilo schweren Trainingssäcken sowie einen tierisch gemütlichen Bistro-Bereich, wo man auch nach dem Training noch gerne zusammensitzt. Es war eine sehr schwere Zeit, aber bei dem Ergebnis kann man nur sagen, es hat sich gelohnt. Am 1. April öffneten wir die Türen für unsere Mitglieder und am 17. April fand die offizielle Neueröffnung statt. Cheftrainer Frank Kumm und Jörn Bünger hatten neben all dem noch eine Prüfung vor dem amerikanischen Gremium des Weltkampfkunstverbandes (UFAF-I) zu bestehen. Einstimmig und mit großem Lob wurde Frank zum Großmeister und 5. Dan, Jörn zum 3. Dan ernannt.

Das Jahr 2005 war geprägt, von einem sehr hohen Turniereinsatz, die alle von unseren Schüler/innen mit großem Erfolg absolviert wurden. Mit dem Wechsel vom Verein zur Sportschule wuchs auch die Anzahl unserer Mitglieder, so daß es einfach nur albern aussehen würde, wenn wir die einzelnen Turniererfolge in Zahlen an dieser Stelle präsentieren würden. Herauszuheben wäre die erfolgreiche Teilnahme von Mario Schwartz und Torben Theel an der Deutschen Meisterschaft in Darmstadt. Eine weitere Premiere für uns war, das wir zum ersten mal als Ausrichter für ein Turnier tätig waren. Frank verletzte sich am Tag vorher noch schwer an der Schulter, war aber trotzdem am nächsten Tag zur Stelle und agierte den ganzen Tag, ohne eine einzige Pause zu haben, als Hauptkampfleiter. Die MUDO KWAN Sportschule holte sich die meisten Platzierungen und legte eine so gute Organisation vor, das wir gebeten wurden, für die anstehende Hamburger Meisterschaft in 2006 wieder als Ausrichter aufzutreten. Dieses Angebot nahmen wir gerne an.

Ausgehend von diesem Jahr (2005) stiegen die Leistungen und damit auch die Wettkampferfolge unserer Schüler/innen stetig. Der vorläufige Höhepunkt war die Norddeutsche Meisterschaft 2007, in der die MUDO KWAN Sportschule als beste Mannschaft mit mehr als 12 Goldmedaillen hervorging. Anzumerken wäre dabei noch, das wir nicht die Mannschaft mit den meisten gemeldeten Teilnehmern waren. Auch 3 unserer Kämpfer (Alexander "Ali" Dutsch, Brian "Biene" Niebergall und Torben Theel) wurden aufgrund ihrer extrem guten Leistungen ins Deutsche Jugend-National-Team eingeladen. "Ali" Dutsch und Gerrit Schuh legten am 7.7.2007 ihre Prüfung zum Schwarzen Gürtel ab.

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